Die Frau der Renaissance

 

Die Frau der Renaissance ist unter ihrem Kleid aus schweren, kostbaren Stoffen aus Italien oder Spanien mit dem Vertugadin bekleidet. Er besteht aus Polstern, Fischbeinreifen, Eisendraht und zuweilen auch aus Holz oder Weidenruten, sitzt auf der Taille und gibt dem Rock Volumen.

 

Als Alternative verwendeten Frauen auch eine Art Stoff Wulst, welche auf Taillenhöhe unter dem Rock befestigt wurde. Wenn das Korsett nicht in das Kleid integriert ist, trägt man die Basquine, ein mit Fischbein versteiftes Oberteil aus Leinen oder Baumwolle, das bis unter die Halskrause reicht und mit einem Schnürband befestigt wurde. Diese Versteifung wird mit einem Blankscheit aus Knochen, Holz oder Eisen verstärkt. Die Basquine wird über dem Leinen- oder Baumwollhemd angelegt, dessen unteres Ende in vermutlich von Katharina von Medici eingeführter Bekleidung steckt. Es umschliesst den Körper der Frau von der Taille bis zu den Knien und wird mit den Strumpfbändern befestigt.

 

Von der Renaissance an haben die Dessous eine geschlossene Form. Die Vermutung liegt zwar nahe, dass das Beinkleid aus Gründen der Schamhaftigkeit oder der Hygiene getragen wurde, doch wählten die Damen luxuriöse Stoffe und setzten es beim Reiten oder Treppensteigen den Blicken aus. Ihm kommt somit nicht nur eine schützende Funktion zu, sondern diente auch als Blickfang, um den Oberschenkel zur Geltung zu bringen.

 

 

 

 

 

Spanische Renaissance

 

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