Die Landwirtschaft der Western Apache

 

Die Western Apache im östlichen Teil von Zentralarizona leben in einem Gebiet, wo einige der ältesten Kulturpflanzen des amerikanischen Südwestens erstmals angebaut wurden. Die Apache achteten auf ein Gleichgewicht.

 

Die Männer jagten Grosswild, bestellten die Felder, aber alles in einem Masse, wo sie sich und die Natur nicht gefährden. Sie liessen sich aber von ihrem Jagdvergnügen nicht abhalten.

 

Die Western Apache lebten nomadisch, ihre Lager waren im Süden. Im Frühjahr zogen sie weiter in die Berge, um zu pflanzen, zu jagen und um wilde Früchte zu sammeln. Die Erntezeit war von August bis Ende Oktober, danach kehrten sie in ihr Winterquartier zurück. Der Ackerbau diente als Reserve für schlechte Zeiten. Die Felder waren immer sehr klein und die Ältesten erklärten: "Apache bestellen nie einen grossen Feldstreifen, immer nur einen kleinen Streifen Mais, fünf - sechs Kürbisse, gerade das es für eine Familie reichen würde."

 

Eine Familie besass vielleicht sechs kleine Farmeinheiten, es wurden aber nur zwei pro Jahr genutzt. Die Losung der Tiere hielten die Apache für Krankheitserreger und taten sie deswegen nicht auf die Felder als Dünger. Die Western Apache richteten sich nach der Sonne, um zu erfahren, wann sie mit dem Maisbau beginnen sollten. Sobald der "Stehende Mond" am Himmel stand - irgendwann im Mai - begannen sie die neue Anbausaison.

 

Wenn die Gräser grün wurden und gelbe Blüten den Mesquitebaum übersäten und wenn die Frühlingsvögel unterhalb des Salt River auftauchten, dann wussten sie, dass es Zeit war, zu ihren Feldern zurück zu kehren.

 

Feldarbeit war Frauensache, aber es war nichts Herabwürdigendes oder Minderwertiges daran. Die Männer halfen aus, aber für die Frauen war es eine ernstere Angelegenheit, als für die Männer. Von den Apache Männern hörte man: "In den alten Tagen, da hatten die Frauen das Alles unter sich; der Mann macht sich keine grossen Gedanken; der Mann macht viel leichter einen Fehler; Frauen sind schon immer die besseren Farmer gewesen".

 

Die Frauen waren stets von den rituellen Zeremonien unterrichtet. Sie wählten eine Frau aus mit einem "glücklichen" Händchen um die Samen in die Pflanzlöcher zu legen. Die ausgewählte Frau sagte: "Wachse schnell, kümmert euch nicht darum, ihr Würmer, werde eine gute Frucht!" Sie bat auch die mythischen "Maismenschen" um Beistand.

 

Glücklose Frauen - die z.B. von einer Schlange gebissen oder vom Blitz getroffen worden waren - durften nicht Pflanzen, sowie Schwangere. Wenn Raupen den Mais bedrohten, sammelten die Apache Frauen sie in einem Wasserkrug und liessen sie verrotten. Dann verstreuten sie sie in einem besonderen Ritual über ein Feld, um das andere Ungeziefer zu vertreiben.

 

Mit den Grillen war das anders, sie waren die "Musikanten des Feldes" und wurden beschützt.  Wenn es kalt wurde und ein Apache fand sie, so legte er sie in ein Gebüsch, wo es wärmer war. Trat ein Apache auf eine Grille, so bat er sie sofort um Verzeihung.

 

Eine Pflanze, die von kleineren ihrer Art umgeben war, hiess "Mutter mit ihren Kindern". Einen toten Baum nannten sie "Eine alte Dame mit grauem Haar", einige Pflanzen waren "Schwestern" und andere wiederum "Brüder".

 

Wenn ein Apache zufällig auf eine Spinne trat, schob er die Schuld seinen Feinden zu. Als sie später im Krieg mit den Vereinigten Staaten waren, pflegten die Krieger der Apache bei einem solchen Missgeschick zu sagen: "WASHINGTON WAR ES!"

 

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