Der Tod der Cheyenne

 

Am 29. November 1864 kam es im Südosten Colorados zu einem der grausamsten Höhepunkte der Indianerkriege.

 

Seit Ende der 1850er Jahre strömten Goldsucher nach Colorado, gründeten Städte wie Denver und Pueblo und verdrängten die Indianerstämme. Eine kriegerische Gruppe der Cheyenne, die Dog Soldiers  (Hundekrieger), setzte sich zur Wehr. Die Angst vor Indianerüberfällen führte zur Einberufung eines "100-Tage-Regiments" unter dem Kommando des ehemaligen Predigers John Chivington, der die Indianer hasste.

 

Alle friedlichen Indianer wurden aufgefordert, sich in die Nähe von Militärposten zu begeben. Diesem Aufruf folgten 500 Cheyenne unter den Häuptlingen Black Kettle  und White Antelope.  Sie schlugen 40 Meilen entfernt von Fort Lyon am Sand Creek ein Lager auf. Am 28. November 1864 erreichte Chvingstons Regiment Fort Lyon. Statt die kriegerischen Dog Soldiers  zu jagen, wollte er das Dorf Black Kettles angreifen.

 

In der Nacht zog er mit 1'000 Mann zum Sand Creek. Das Sternenbanner über den Zelten störte Chivington nicht: Im Morgengrauen liess er das Feuer eröffnen.

 

Ein tödlicher Kugelhagel, Salve um Salve. Das Geschrei von Männern, Frauen und Kindern war grauenvoll. Häuptling White Antelope lief den Soldaten mit ausgebreiteten Armen entgegen - er wurde erschossen.

 

 

Dann zückten die Reiter die Säbel. Sie hackten Frauen und Kinder förmlich in Stücke, schnitten Skalps und andere Körperteile als Trophäen ab und wateten geradezu im Blut. An diesem eiskalten Morgen starben 163 Cheyenne. Unzählige wurden verwundet. Wenige Tage später feierte eine jubelnde Menge die Truppe in Denver als "Retter Colorados" vor den Indianern.

 

Nur langsam sickerte die Wahrheit durch: Sand Creek war kein Triumph, sondern eine Schande.

 

Es sollten Jahrzehnte vergehen, bis einige der Opfer Entschädigungen erhielten, und erst im November 2000 wurde der Platz zur nationalen Gedenkstätte geweiht.