SACAGAWEA

 

Schoschonin

 

Geb. um 1786 am Oberen Samon River, Idaho.

 

Gest. um 1884 in Fort Washakie, Wyoming.

 

Als sie zwölf Jahre alt war, begleitete sie ihren Stamm auf eine Büffeljagd. Sie wurde während dieser von den Blackfoot-Kriegern geraubt und später wurde sie als Sklavin an die Hidatsa verkauft. Mit vierzehn Jahren wurde sie an den frankokanadischen Waldläufer Toussaint Charbonneau weiter verkauft. Dabei ließ er sich von Lewis und Clark als Dolmetscher verpflichten und auch die beiden lernten die junge Indianerin kennen und zogen bald ihren Nutzen davon. Sie hatte eine enorme Ortskenntnis und war daher auch sehr wichtig, denn so konnten sich die Männer darauf verlassen, dass sie immer etwas zum Jagen hatten.


Sie brauchten für ihre Expedition Pferde und so versuchten sie, Sacagawea an sich zu binden, denn sie wussten, dass sie nur mit ihr Pferde von den Schoschonen bekamen. Auch so war sie sehr wichtig, denn sie nähte Fellkleider, Mokassins, kochte und versorgte die Babys.


Am 7.4.1805 befindet sich ein kleiner Satz von den beiden Herren in ihrem Journal. "Die Frau Charbonneaus begleitet uns mit ihrem kleinen Kind; wir hoffen, dass sie uns als Dolmetscherin für die Snake dienen wird.“ Sie zogen durch die Wälder und Lewis und Clark stimmten wahre Hymnen auf sie an. Als sie mit einem Boot fuhren, brachte es der ungeschickte Charbonneau zum Kippen und die mutige Indianerin rettete die wichtigen Waren vor dem Untergehen.


Während der langen Fahrt erkrankte sie und man brachte Sacagawea zu den Schwefelquellen. Sie blieben vier Wochen dort. Die Männer schafften es derweilen, zu der Wasserscheide von Mexiko und dem Pazifischen Ozean. Sie sahen das erste Schoschonen Dorf und näherten sich mit der amerikanischen Flagge. Die Schoschonen waren erst sehr misstrauisch, aber als sie Saacagawea sahen, erkannten sie ein Mitglied ihres Stammes. Zu aller Verwunderung war auch Sacagawea´s Bruder in diesem Dorf.


Clark und Lewis waren erfreut, dass sie so gut aufgenommen wurden, denn jetzt waren auch die Pferde kein Problem mehr, denn ohne sie konnte die schwierige Reise nicht weiter gehen. Die Schoschonen beschrieben einen Landweg für die Expedition. Sie ritten lange bis sie das nächste Dorf sahen. Die Dörfer waren von den Nez Percé, auch hier wurden sie freundlich empfangen. Sie
erreichten ihr Ziel, den Pazifischen Ozean. Sie blieben den ganzen Winter in einer Blockhütte. Im Frühjahr kehrten sie wieder zurück. Auch diesmal führte die Indianerin die Expedition. Sie war so populär, dass die Männer dies von ihr berichteten:

 

„Mit ihrem hilflosen Säugling ritt sie mit den Männern, sie führte uns zielsicher über Bergpässe und durch einsame Gegenden; sie war intelligent, fröhlich, wusste immer einen Ausweg, ermüdete nie und war treu wie Gold; sie riss uns alle mit“.


Nach dieser Reise beendete sie die Beziehung zu Charbonneau, sie blieb mit ihrem Sohn in Wyoming und heiratete einen Comanchen, bei dem sie bis zu dessen Tode blieb. Nachher heiratete sie einen Franzosen, der aber bald darauf getötet wurde. Der Sohn von Sacagawea blieb bei Clark. Baptist machte dann eine Schule und wurde später von dem Herzog Paul v. Württemberg adoptiert. Baptist unternahm viele Reisen mit dem Herzog.


1830, im Alter von 25 Jahren kehrte Baptist wieder zu seinem Stamm zurück. 1871 nahm er seine Mutter mit auf eine neu errichtete Schoschonen Reservation, wo er bis zu ihrem Tod im Jahr 1884 für sie sorgte. Baptist starb ein Jahr später.


Neben Pocahontas war Sacagawea wohl eine der berühmtesten Indianerfrauen. Sie verkörperte den Fleiss und die Einfachheit.


Auch wurde sie häufig idealisiert und teilweise romantisiert. In Oregon, Portland wurde ihr zu Ehren eine Bronzestatue aufgestellt.

 

 

Bericht: Red Cloud