Der Gerechte

 

Ein Mann hatte einen Truthahn geschlachtet und zubereitet; den wollte er ganz für sich alleine im Wald verspeisen. Als er sein Mahl begann, erschien der Teufel und sagte: "Ich bin der Teufel. Gib mir von deinem Truthahn."

 

Da antwortete der Mann: "Nein, keinen Bissen."

 

"Warum nicht" schimpfte der Teufel, "ich bin der Teufel, der Allmächtige!"

 

"Das bist du nicht", entgegnete der Mann, "Gott lässt nicht zu, dass du alles tun kannst, was du willst; von mir bekommst du nichts."

 

Da entfernte sich der Teufel, und der Mann setzte sein Mahl fort. An seiner Stelle erschien Gott. "Ich bin Gott, der Allmächtige, gib mir von deinem Truthahn."

 

Der Mann entgegnete mit einem Nein: "Obwohl du Gott bist, handelst du nicht gerecht. Es gibt zu viele Kriege und Arme auf dieser Welt. Von mir bekommst du nichts."

 

Da ging Gott davon, der Mann ass weiter, und es kam ein anderer, der Tod.

 

Der Tod stellte sich vor, bat um ein Stück Truthahn, und der Mann sagte: "Setz dich und nimm, denn ich gebe dir. Du bist der einzig Gerechte, du nimmst Junge und Alte, Arme und Reiche, Bauer und Herr zu dir. Nimm Platz und sei mein Gast!"

 

Bericht: Red Cloud