Die Clovis-Indianer

    

Sie lebten in einer harten und gnadenlosen Welt. Passierte einem Jäger ein entscheidender Fehler und er erlitt gefährliche Verletzungen und starb an ihnen, war seine ganze Familie bedroht. Die Clovis -Jäger standen im Wettstreit mit Raubtieren und Aasfressern. Hatten sie mal eine Beute, wurde sie sofort sorgfältig aufbewahrt. Sie lebten in formlosen Sippen zusammen, die vielleicht aus vier bis zehn Kernfamilien bestanden. Die Führung so einer Sippe fiel dem dominantesten Mann zu, der seine Autorität aus seinem Geschick als Jäger und Versorger bezog. Jede Sippe hatte ihr eigenes Revier, die Männer konnten auf alles Jagd machen, nur nicht auf die Frauen. Innerhalb der eigenen Sippe zu heiraten war so verwerflich wie Inzest. Wenn es aber Zeiten der Fülle gab, trafen sich die verschiedenen Sippen von Clovis-Indianern. Hier konnten die Männer eine Braut finden. Wenn ihnen ein Mädchen gefiel, konnten sie es als Braut mit in ihre Sippe nehmen.

Die heranwachsenden Kinder lernten die Natur kennen, lernten zu jagen, wie man sich anschleicht, wo man sich am Besten versteckt. Sie lernten auch die Mammuts und Longhornbisons kennen, die ihnen als Nahrung dienten.

 

Auch die Beute verdiente ein hohes Mass an Achtung. Wer das nicht tat, dem blieb der Jagderfolg aus. Und so bedurfte es Beistand von Schamanen, die das Übernatürliche regelten. Es besteht der Anschein als hätten sich die Jäger vor der Jagd in eine Art Trance bringen lassen. Wenn sie ein Tier töteten, entschuldigten sie sich gleich, dass sie dem Tier Schmerz zugefügt haben. Wenn die Jagd erfolgreich verlief, wurde der Kadaver in vorgeschriebener Art zerlegt. Einige Körperteile wurden ausgelegt, andere rituell verzehrt. Die Clovis-Indianer glaubten, dass die Lebenskraft des Tieres nicht verloren gehen darf, weil sich das Fleisch wieder regeneriert und zu einem späteren Zeitpunkt wiederkehren würde.

 

Die ganzen Erfahrungen, die eine Sippe im Leben machte, wurde an die Nachkomkmen mündlich weitergegeben. Die Clovis-Indianer waren ein ziehendes Volk. Die Männer verlangten von ihren Frauen, dass sie die eigene Sippe und die Welt, in der sie aufgewachsen waren, verliessen. Gab es keine Beute mehr, so mussten sie weiterziehen. Die Clovis-Frauen waren für folgende Dinge zuständig: Wurzeln ausgraben, Beeren pflücken und Kinderpflege. Eine reife Frau, das heisst, wenn sie schon Kinder hat, kann nur die Arbeiten machen, bei denen sie sich nicht zu weit vom Lager entfernt ist und die sie auch mit ihren Kindern machen kann. Die Frauen waren für das tägliche Leben sehr wichtig, sie kochten und kümmerten sich um gleichbleibende Ressourcen wie Nahrungspflanzen und Brennholz. Sie mussten peinlichst genau beim Kochen sein; waren es zu viele Kalorien konnte es sein, dass die Sippe in eine Katastrophe schlitterte. Ein weiteres Geheimnis, wie sie es schafften zu überleben war, wer auch immer Jagdbeute oder pflanzliche Kost brachte - jeder hatte Anspruch auf einen Teil davon. Das persönliche Horten von Nahrung verstiess gegen die ungeschriebenen Gesetze der Sippe. Jahrhunderte lang erweiterten sich die Clovis-Indianer und nutzten die zuletzt wenigen Ressourcen.

 

Vor etwa elftausend Jahren kam das Ende der Clovis-Kultur, aber die Clovis-Menschen bestanden in einer anderen Art und Weise weiter als ihre Vorfahren. Man könnte sagen, die Clovis-Menschen sind die Urväter der Indianer.

 

Bericht: Red Cloud