Etikette

     

Etikette im 18. Jahrhundert

 Der allgemein im 18. Jahrhundert noch herrschende Umgangston würde uns wohl
heute sehr befremden. Auf der einen Seite im Verkehr mit Hochstehenden eine
Etikette, die bei der Aufwartung vor Kaiser und Kaiserin die spanische Reverenz
verlangte, das heißt ein Niederfallen auf beide Knie, und die Gnade zum Handkuß
gewährt zu bekommen.
Anderseits eine Rücksichtslosigkeit gegen Gleichberechtigte oder Niederstehende.
Bei Audienzen z.B. dem Lever durfte nur der König einen Armsessel mit Armlehen
benutzen, ausgenommen es war ein anderes gekröntes Haupt anwesend, Die
Königliche Familie sass auf Sesseln ohne Armlehnen und Prinzen und Prinzessinen auf
einfachen Hockern, alle anderen Personen blieben stehen.
Erst das häufige Zusammenkommen der Geschlechter verfeinerte die Sitten. Auch
gab Frankreich das Vorbild. Die schöngeistigen Pariser Salons, die berühmt
gewordenen Buraux d'esprit der Damen Tencin, Geoffrin, Lespinasse, du Effand und
andere, die in ihren geselligen Zusammenkünften die geistreichsten Männer mit den
schönsten Frauen zusammenführten, gaben den Ton einer verfeinerten Gesellschaft
an, die in ganz Europa bewundert und nachgeahmt wurde.


Am Französichen Hof wurde durch Marie Antoinette die Etikette nach obigen Vorbild
gelockert. So waren gemeinsame Mahlzeiten unter den Verwandten der Königlichen
Familie ihre Idee.
Das Händeschütteln am Französichen Hof wurde erst durch die Engländer bekannt.
Marie Antoinette war recht amüsiert wenn sich englische Damen und Herren die Hände geschüttelt haben.
Marie Antoinette hat die Etikette etwas gelockert und insbesondere in Petit Trianon
einfache Umgansformen mit ihren Vertrauten gepflegt. Aber da hatten nur wenige
Personen Zutritt. In der Öffentlichkeit und bei Hof waren Berührungen zwischen den
Geschlechtern verpönt, allerhöchstens das Berühren der Fingerspitzen. Auch da hat
Marie Antoinette durch Händchen halten mit Louis Auguste ein Vorbild gegeben.


Quelle: http://marie--antoinette.blogspot.com

 

Tischmanieren im Wandel der Zeit

Bis zum Mittelalter gab es keine festgelegten Tischmanieren. Erst durch die
Kreuzzüge lernten die oberen Schichten die Tischmanieren des Orients kennen. Die
damaligen Tischmanieren wurden als so genannte "Tischzuchten" schriftlich fixiert.
Seit damals hat sich bei diesem Thema einiges geändert - anderes ist nach wie vor
aktuell.


Tischmanieren damals
Die Wurzeln unserer Tischmanieren liegen in Frankreich, das wiederum die
italienische Tafelkultur adaptierte. Besonders König Ludwig der XIV. zelebrierte die
Regeln am Tisch. Ihm verdanken wir die Einführung der Gabel, die bis dahin als
teuflisch galt und aus Angst nicht benutzt wurde.


Tischmanieren im Wandel
Auf einmal galt es als unfein, gierig schmatzend in sich hineinzustopfen, ins
Tischtuch zu spucken oder die abgenagten Knochen in die gemeinsame Schüssel
zurückzuwerfen.


Tischmanieren heute
Heute gibt es eine ganze Bandbreite an Tischmanieren und Tischsitten, die je nach
Situation richtig und angemessen sind. Der moderne Mensch isst im Fast-Food-
Restaurant mit den Fingern, im China-Restaurant mit Stäbchen und benutzt im
Gourmet-Tempel die einzelnen Besteckteile stilsicher und zum richtigen
Gang. Ansonsten geben Ort (das Restaurant) und das Umfeld (der Personenkreis)
die Regeln vor: Auf dem Volksfest ist die Hühnerkeule ein Fingergericht, in der
Kantine ist sie es nicht.


Ist eine Dame mit Freunden in geselliger Runde bei Ihrem Lieblings-Italiener, wird ihr
wahrscheinlich keiner übel nehmen, wenn sie dezent den Lippenstift nachzieht. Bei
einem Geschäfts- oder Bankettessen wäre diese Handlung tabu!


Eine Repräsentativ-Umfrage deckt auf, worauf Deutsche am Tisch besonders Wert
legen:
1. Nicht schmatzen.
2. Nicht mit vollem Mund reden.
3. Erst mit dem Essen beginnen, wenn alle ihre Speisen haben.
4. In korrekter Körperhaltung am Tisch sitzen.
5. Wissen, welche Gerichte mit Besteck und welche mit den Fingern gegessen
werden.
6. Auf den richtigen Umgang mit dem Besteck achten.
7. Ellenbogen nicht auf dem Tisch abstützen.


Fazit
Auf diese Punkte sollten Sie generell achten, egal ob Sie sich in der Pizzeria oder im
Feinschmeckerlokal befinden. Je einfacher die Gastronomie und je alltäglicher der
Anlass, desto eher verzeiht man Ihnen kleinere Verstöße gegen die Tischetikette.


Autor: VNR-Redaktion