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Basquine

Die Basquine war ein mit Fischbein versteiftes Oberteil aus Leinen oder Baumwolle, das bis unter die Halskrause reichte und mit einem Schnürband befestigt war. Sie wurde im 16. Jahrhundert über einem Baumwollhemd getragen, dessen Enden in einem aus luxuriösen Stoffen gefertigten Beinkleid steckten.

 

Büstenhalter

Auf der Weltausstellung 1900 in Paris wurden verschiedene BH-Modelle präsentiert: Cadolle stellt 1889 ihren ersten Brusthalter vor, es muss jedoch noch eine Lösung für die Befestigung gefunden werden; der erste Büstenhalter des Hauses Cadolle ist der "Bien-être", der im Rücken noch an einem Korsett befestigt wurde.

Caresse Crosby (Mary Ohelps Jacobs Pseudonym) erfand 1913 in den Vereinigten Staaten einen neuen BH: ein kurzes Modell, das die Büste trennt. Sie verkauft ihr Patent 1914 an die Firma Warner Bros. Zur gleichen Zeit bringt Rosalia Kind (Direktorin von Kestos) einen aus zwei vorn und im Rücken überkreuzten Dreiecken bestehenden Büstenhalter heraus.

 

Corset

Nach der Rückkehr der Monarchie erfährt das Korsett, das während der Revolution in der Versenkung verschwunden war, mit der neuen moralischen Ordnung unter Ludwig XVIII eine nachhaltige Neubelebung. Die Frau hat eine gute Mutter und Ehegattin zu sein.

Erstmals in seiner Geschichte wird das Korsett zur Unterkleidung. Noch despotischer als das Korsett des 18. Jahrhunderts zwängt es die Brüste in Becher ein und presst die Schenkel zusammen. Durch Hüftpolster verleiht es der Frau üppige Rundungen. Es wurde über das Hemd gestreift und unter dem Kleid getragen. Geschnürt wurde es an der Rückseite mithilfe eines Systems, das es der Frau erlaubt, sich selbständig anzukleiden. Es wird Corset à la paresseuse genannt, das "bequemliche Korsett".

 

Cotte

Die Cotte ist ein sowohl von Männern als auch von Frauen getragenes Kleidungsstück, zu dem man auch Hemdkleid sagen könnte. Sie wurde über dem unsichtbaren Unterhemd und unter dem Surcot getragen. Manchmal trug man sie auch auch ohne Surcot. Vielleicht kann man einfach sagen, dass es sich hierbei um ein Kleid handelt, wobei man im Hinterkopf haben muss, dass es zu diesem Kleid auch noch ein "Oberkleid" gibt.

 

Die Cotte sollte nicht mit dem Unterhemd verwechselt werden, denn im Gegensatz zum Hemd ist sie am Halsausschnitt und oft auch an Ärmeln und Rocksaum sichtbar, wenn sie unter einem Surcot getragen wird. Das ist auch der Grund dafür, dass diese Partien häufig mit Stickereien oder Borten besetzt waren.

 

 

Was die Länge betrifft, so war sie bei den Frauen normalerweise knöchellang oder reichte sogar bis zum Boden. Es galt als ungehörig, die Füsse zu zeigen. Bei den Männern hingegen hängt es doch schon eher von der Zeit ab. Es gab verschiedene Trends, mal köchellang, dann wieder bis zum Knie. Im 14. Jahrhundert wurde sie nur noch bis zur Mitte der Oberschenkel getragen. Das hängt von der jeweiligen Epoche ab.

 

Die Cotte wurde aus Leinen oder Seide hergestellt und hatte in der ursprünglichen Variante die T-Grundform der Tunika (wie hier in der Abbildung oben). In dieser Variante war sie gerade geschnitten und hatte angesetzte Ärmel. Vorder- und Rückenteil waren oft so breit, dass sie bis zum Ellbogen reichten, so dass die Ärmel recht kurz ausfielen. Das lag wohl daran, dass schlichtweg die gesamte Webbreite einer Stoffbahn verwendet wurde, um die Webkanten nutzen zu können und vor allem keinen Verschnitt zu haben. Schliesslich kostete Stoff Geld (oder Arbeit, wenn man ihn selbst webte). Durch einen Gürtel wurde dem aus heutiger Sicht viel zu weiten Gewand dann eine Form gegeben.

 

Am Hofe trug man die Cotte auch mit einer Schleppe und die Gewänder waren um so prachtvoller bestickt und mit Borten versehen, wenn sie ohn Surcot getragen wurden.

 

In beiden Versionen finden wir auch in Hüfthöhe eingesetzte keilförmige Stoffteile, die sogenannten Gêren wieder, die dem unteren Teil des Gewandes mehr Volumen und einen erhöhten Faltenwurf gaben. Manchmal wurden die Gêren auch weiter oben direkt unter dem Arm bzw. in Brusthöhe eingesetzt, um möglichst viele Körperbetonungen (vor Allem bei Frauen) zu verhüllen. In dieser Form wurden beispielsweise Bussgewänder gefertigt.

 

Fischbein

Flexibles Stäbchen, das zur Korsettherstellung verwendet wird. Es ist aus Knochen, Horn, Metall (vor allem Stahl) oder Plastik. Der Name Fischbein ist darauf zurückzuführen, dass es lange Zeit aus der Barte des Wals hergestellt wurde.

 

Fripon

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts lösen den Panier drei übereinander liegende Unterröcke ab. Le Fripon, oder "der Schelmische" wurde der mittlere dieser drei Unterröcke genannt, den man über den Secret (den Verborgenen) und unter dem Modeste (der Bescheidene) trug. Der Modeste war vorne geöffnet und seitlich gerafft, wodurch er den Stoff des Fripon hervorblitzen liess.